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Archiv - Jan. - März 2013

Woche ab 25. März 2013          >Seitenanfang<

Geschoben von starkem NE Wind und heftigen Wellen überqueren wir die Yucatan Strasse. Mittags erreichen wir die Isla Mujeres und machen uns auf den Weg zum Hafenkapitän. Dort bekommen wir Instruktionen über die richtige Reihenfolge des Eincheckens:
1. Gesundheitsbehörde (im Hospital) 2. Immigration + Bank, Visagebühren für jede Person extra einzahlen, und vorher Geld wechseln am Fähranleger (Money exchange machen sie auf der Bank nämlich nicht) 3. Hafenkapitän + Bank, die Hafengebühren für das Schiff einzahlen 4. Agrarkontrolle (der Beamte fuhr mit uns im Dinghi aufs Schiff) 5. Zollkontrolle (dieser Beamte wollte nicht Dinghi fahren). Die Schiffspapiere, Crewliste und Passkopien will jeder Beamte, und 1x fürs uns, also 6x kopieren.

Erst am dritten Tag haben wir den Bürokratenberg überwunden.
Unser Kulturschock könnte kaum größer sein, plötzlich sind wir wieder in der westlichen Welt. Die Strände und Strassen sind voll mit Touristen und Menschen die was verkaufen wollen. Die Mofa- und Autovermieter zerren verbal an meinem Hemdsärmel. Trotzdem ist es wunderbar: die riesige Auswahl in den Geschäften, Cafes und Restaurants an jeder Ecke, Handy und Internet funktionieren auch wieder.
 

 

Claudia und Robert aus Innsbruck sind schon einige Wochen in Mexico als Rucksacktouristen unterwegs. Nach einem kurzen Treffen übersiedeln sie auf die TARTARUGA. Sie wollen 12 Wochen mit uns reisen.

Woche ab 18. März 2013          >Seitenanfang<

In La Coloma dürfen wir nicht bleiben. Es ist ein Fischerhafen in dem zwar genug Platz zum Ankern wäre, aber Touristen sind hier nicht erwünscht. Der Hafenkapitän gibt uns die Papiere zurück und schickt uns ins meilenweit entfernte Maria Gorda. Wir segeln Richtung Süden, peilen in der Ferne die Fischereistation der Islas Felipe. Die gibt es aber nicht mehr, und das gepeilte Objekt entpuppt sich als Schiff. Wir passieren gerade die Riffdurchfahrt, als im Norden schwarze Wolken auftauchen. Die Fischer fahren mit Volldampf Richtung Mangroveninseln, wir hinterher. Die Passage wird immer enger und bevor wir Grundberührung haben muss Joachim die TARTARUGA wenden. Wir fahren ein Stück zurück bis die Durchfahrt breit genug zum Ankern ist. Nach 2 Stunden ist wieder schönstes Wetter und die Fischer fahren wieder raus um weiter Langusten und Conchs zu sammeln. Bei Ihrer Rückkehr am Abend machen wir ein feines Tauschgeschäft.

Nach Maria Gorda sind wir 24 Stunden unterwegs. Hier gibt es eine kleine Hotelanlage mit Tauchbasis. Die „Marina“ besteht aus einer Betonmole, an der man bei Schwell nicht anlegen kann. Unsere Fender werden platt gedrückt, aber das Einklarieren überstehen sie. Wir ankern abseits der Hotelanlage, am Südende des langen Sandstrands, und sind angenehm überrascht. Der Anker findet tiefen Sand und als der Wind zurück nach Ost dreht, schwojen wir mit dem Heck über ein kleines Riff. Unter uns tummeln sich im Schutz von Fächerkorallen viele bunte Fischarten. Duraid schnorchelt mit Leine und Angelhaken den ganzen Tag um die TARTARUGA. Am Abend hat er genug kleine Fische gefangen, um daraus eine Suppe zu kochen.

Außer Rum und anderen Getränken gibt es in dem kleinen Touristenladen keinen Proviant. Der nächste Ort mit Geschäften ist 40km entfernt, aber im Restaurant können wir Gemüse, Brot und Obst kaufen. Joachim und Duraid sammeln Kokosnüsse und werden dabei von ein paar „Strandkühe“ beobachtet. Die schönsten Muscheln liegen hier im Sand.

 

Infos zum Tauchen auf Cuba: http://www.gaviota-grupo.com

 
Keinesfalls darf man erwarten dass Internet funktioniert - selbst für internationale Telefongespräche müssen Wertkarten gekauft werden, und die sind auch nicht immer lieferbar. Wir müssen das Cabo San Antonio runden, um in der gleichnamigen „Marina“ international auszuklarieren. Wieder eine lange Betonmole, der einzige Marinaangestellte schlägt die Zeit mit dem Kellner des Restaurants tot. Die leeren Gebäude nebenan sind ausgestattet für eine Tauchbasis. Der Hafenkapitän kommt von dem nahe gelegen Leuchtturm, um unsere Papiere zu stempeln und uns ein Permit für die Weiterfahrt nach Mexico auszustellen.  
Woche ab 11. März 2013          >Seitenanfang<

Vor dem Canal de Rosario beißt eine Makrele an unseren Angelhaken – Duraid kann die Leine nicht schnell genug einholen, schon hat sich ein Räuber Schwanz und Bauch unseres Fangs geholt. So brauchen wir den guten Fisch nicht mehr auszunehmen, und können gleich die Filets rausschneiden.

Im Kanal de la Cruz haben wir bei Sonnenuntergang Mühe die schmale Fahrrinne zu finden, nur ein paar Holzstäbe stecken als Markierung im seichten Wasser. Aber alles geht gut und wir ankern gleich nach der Durchfahrt. Am nächsten Tag fahren wir den Flusslauf der Insel Juventud bis Nueva Gerona hinauf. An der Fährmole dürfen wir längsseits gehen und müssen auf den Hafenkapitän warten. Ernesto spricht überraschend gut englisch und versorgt uns mit Infos wo wir Geld wechseln und Gemüse einkaufen können. Das Gelände wird streng bewacht und am Tor kontrollieren 2 Posten nochmals unsere Pässe.

Nueva Genona ist nicht nur Fährhafen, sondern auch der größte Ort der Isla Juventud, auf der auch die Kubaner gerne Urlaub machen. Die Hälfte der Fußgängerzone ist eine Baustelle, wird aber trotzdem von Groß und Klein zum Promenieren genutzt. Wir folgen dem Cubaner Mingo über ein paar Querstrassen ins Wohngebiet, wo fliegende Händler,auch am Sonntag, ihr Obst und Gemüse anbieten. Die Preise sind meist niedrig, doch Duraid kann das Feilschen trotzdem nicht lassen.
 

Wir wollen nicht im trüben Flusswasser übernachten und verlegen uns in die Bucht östlich der Mündung. Auf dem kleinen Hügel brennt ein Buschfeuer. Ein unglaublicher Anblick ! Langsam aber stetig frisst es sich über die ganze Landzunge. In der Nacht dreht der Wind und am Morgen ärgern wir uns über unsere Dummheit. Das ganze Schiff ist voll mit kleinen Russpartikeln die sich auf dem Lack leicht verschmieren. Eine Schiffswäsche mit Salzwasser und viel Spülmittel beseitigt den gröbsten Schmutz. Anschließend muss auch die verschwitzte Crew ein Bad nehmen J
Woche ab 04. März 2013          >Seitenanfang<

Als nächstes besuchen wir Trinidad, eine Stadt im SW von Cienfuegos die von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft wurde. Rund um den Plaza Major gibt es einige prächtige Häuser, den Rest der Stadt bilden durchwegs eingeschossige Bauten mit den typischen vergitterten Fensteröffnungen der Kolonialzeit. Wir flanieren über die gepflasterten Strassen, auf denen die Menschen vorwiegend mit Eselkarren, Fahrrädern und Handwägen unterwegs sind und fühlen uns wie 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt.
 

Ein paar Kilometer von Trinidad entfernt liegt das fruchtbare Tal „Valle de los Ingenios“. Der Turm der zur Überwachung der Sklaven diente ist heute ein beliebtes Tagesausflugsziel für Touristen. Schmale Holztreppen führen bis ganz hinauf, und schwindelfreie Menschen genießen eine großartige Aussicht auf das ländliche Kuba.
 

Wer lieber auf dem Boden bleibt kann mit den Händlerinnen an den zahlreichen Ständen um bestickte Hemden, Blusen oder Tischtücher feilschen. Auch Schmuck, Püppchen, Korbwaren und Hüte werden angeboten.
Kai nimmt außer einem neuen Hut auch 2 frisch geflochtene Heuschrecken für seine Töchter mit nach Hause.

Nach einer ruppigen Nachtfahrt (25kn Wind aus Nord) erreichen wir Cayo Largo und müssen wieder in die Marina zum Einchecken. Die Behörden weigern sich unser Dinghi zu benutzen, obwohl wir nur 30m vom Dock entfernt vor Anker liegen. Ob sie wohl Nichtschwimmer sind? Nachdem wir das Schiff an die Mole verholt haben wird es kontrolliert und die Papiere gestempelt, dann dürfen wir raus ins Ankerfeld.
 

Dieses ist auf Cayo Largo wirklich traumhaft schön. Vormittags kommen Hoteltouristen mittels Bus- und Boottransfer um den langen Sandstrand zu genießen. Am Nachmittag werden sie wieder in ihre Hotels gebracht. Wir aber bleiben da, und erleben tolle Sonnenuntergänge. Nicht so toll ist das Delphinarium – ein eingezäunter Bereich am Ende der Lagune, Tennisplatzgröße. Dort führt ein Delfin 2-3 x täglich seine Kunststücke vor. Auf dem Werbeschild sind 2 Delfine angepriesen. Hoffentlich ist der zweite Delfin in die Freiheit entkommen.

 

Auf Cayo Largo müssen wir uns schweren Herzens von Kai verabschieden, der über Havanna nach Deutschland zurückfliegt. Wir hatten viel Spaß zusammen!
Infos zum Chartern auf Cuba: http://www.platten-sailing.de/

Woche ab 25. Februar 2013          >Seitenanfang<

Nach unserem Mega-Einkauf im Mega-Mart (nicht weit außerhalb von Montego Bay) fahren wir wieder in den Yacht Club zum Ausklarieren. Dies dauert nur 3 Stunden und schon am frühen Nachmittag setzen wir Segel Richtung Cuba. Die Welle ist nicht sehr hoch, aber schaukelig und der arme Kai mag seine Pasta nicht bei sich behalten. Wir haben bald Vollmond und das fluoreszierende Wasser bietet während der Nachtfahrt einen wunderschönen Anblick.

 

Samstag sind wir in der Abdeckung von Cuba und motoren (Wellen und Wind weg) zu einem Ankerplatz in den Doce Leguas. Diese kleinen Mangroveninseln sind unbewohnt und weit von der Festlandküste entfernt. Die meisten Passagen sind flach, aber einige weisen auch mehr Wassertiefe auf, so dass man sich bei Schlechtwetter hinter den Inseln verstecken kann. Seezeichen gibt es hier keine, bestenfalls ein paar Stäbe, die Fischer gesetzt haben um ihre Fahrtroute zu kennzeichnen. Das Wasser an unserm Ankerplatz strömt bei Gezeitenwechsel mit über 4 Knoten Geschwindigkeit. Joachim schafft es auch mit Flossen nicht gegen die Strömung zum Anker zu schnorcheln. Beim Baden lassen wir eine Sicherheitsleine mit einem Fender am Ende ins Wasser, daran können wir uns wieder zum Boot zurück ziehen.

In kürzeren Etappen geht es nun weiter bis Cienfuegos, dem ersten Hafen wo wir international einklarieren können. Wir legen in der Marina MARLIN an und fassen uns in Geduld, denn wir wurden von anderen Seglern vorgewarnt. Es dauert tatsächlich den ganzen Tag bis alle Formalitäten erledigt sind. Zuerst Besuch von Arzt und Agrarinspektor, dann holt jemand von der Immigration die Pässe ab. Es folgt eine Kontrolle mit Drogenhund (schwarz-weißer Cockerspaniel), Custom und Hafenkapitän kommen an Bord um Formulare auszufüllen (plus X-Durchschläge mit Blaupapier), alles muss unterschrieben und gestempelt werden. Eine Stunde später noch eine Kontrolle mit Suchhund (brauner Cockerspaniel, Ausbildung unbekannt).

Mit CUC ausgestattet gehe ich ins Zollbüro um die Gebühren zu bezahlen. Da darf ich nochmals 2 Formulare ausfüllen, die die selben Fragen beinhalten wie die am Vormittag ausgefüllten Papiere. Visagebühren zahlen im Immigration Office, Einreisegebühren beim Hafenkapitän. Nutzungsvereinbarung der Marina MARLIN unterschreiben. Wir dürfen vor Anker gehen, aber nur im Bereich vor der Marina, und außerdem ist ankern gebührenpflichtig.

 
 

Am Abend kommt Duraid aufs Schiff. Er hatte seinen Flug nach Jamaika verpasst, bzw. er durfte ohne Visum (er ist Irak-Staatsbürger mit deutschem Pass) nicht ins Flugzeug. Zum Glück konnte er nach Cuba umbuchen und bis zu unserm Eintreffen ein paar Tage Havanna erkunden. Duraid ist nun unser erfahrener Cuba Führer erklärt uns die 2 verschiedenen Währungen.

CUC = Pesos Convertibe für die Touristen, und CUP = Pesos National. Mit CUC bezahlt man in Marinas, Hotels, Restaurants und Taxis und Touristengeschäften. Auch für meinen Besuch in der Zahnklinik musste ich 25 CUC bezahlen. CUP braucht man zum Einkaufen von Gemüse auf dem Markt, Sandwichs und Getränken auf der Strasse.

2 Fahrradtaxis bringen uns zum Einkaufen in die Stadt – auf der großzügig angelegten Strasse sind kaum Autos unterwegs. Die Fußgängerzone ist gepflegt und nachdem in Cuba die Mobiltelefonie noch in den Kinderschuhen steckt, sieht man allerorts Menschen in öffentlichen Zellen telefonieren. Für uns Europäer ein ungewohnter Anblick. Einige junge Leute verdienen sich Taschengeld als Statuen, die Wände der Galerien sind voll mit interessanten Bildern.

Auf dem Markt kaufen wir einige Flaschen kubanischen Wein (trocken sollte er sein)! Damit machen wird dann Tage später Glühwein, weil er pick-süß ist und nur mit Zimtstangen, Nelken und Orangenscheiben oder mit Rum trinkbar wird. Dagegen ist die Auswahl an Rum und Zigarren vielfältig. Das am besten sortierte Geschäft hat sogar einen begehbaren Humidor.

Am Ende der Marina-Halbinsel liegt das moderne Hotel Jagua. Das Restaurant ist in einer prachtvollen mit arabischen und ägyptischen Elementen verzierten Villa untergebracht.

Woche ab 18. Februar 2013          >Seitenanfang<

Den Ort Montego Bay erkunden wir mit unseren Tretern. Keine gute Idee, denn die Strassen sind schlecht, abseits der Fußgängerzone gibt es kaum Gehsteige und Autos parken kreuz und quer. Bei den fliegenden Händlern auf der Strasse kaufen wir das beste Obst und Gemüse. Orangen schleppen wir säckeweise aufs Schiff, denn nur 2 Stück ergeben ein großes Glas frisch gepressten süßen Saft.
Auf umzäunten Märkten können die zahlreichen Hotel- und Kreuzfahrttouristen aus einem großen Angebot an „Kunstgegenständen“ wählen. Das Angebot an Bildern und Holzfiguren aus der Mal- und Schnitzfabrik ist enorm, manche Verkäufer verhalten sich wegen der großen Konkurrenz direkt agressiv.

 

Tücher, T-Shirts, Taschen, Käppis gibt es mit Jamaika- oder Bob Marley Aufdruck, hauptsächlich in den Farben Grün-Rot-Gelb gehalten.

 

Wir holen Kai vom Flughafen ab und stoppen bei einem Bankomat um USD Noten zu beheben. Ein Fehler der sich 1 Monat später rächt. Joachims Karte wurde geklont und übers Osterwochenende wurden in Summe 2.200 EUR von seinem Konto abgehoben. Er hat das Geld von der Bank wiederbekommen. Seid bitte vorsichtig in Jamaika !!!

Woche ab 11. Februar 2013          >Seitenanfang<

Auf Jamaika muss man in jedem Hafen ein- und auschecken, so auch in Montego Bay. Der traditionsreiche Yachtclub dient gleichzeitig als Marina, und für die Nutzung der Einrichtungen bezahlt man als Ankerlieger 14 US$ pro Tag. Das Clubhaus beherbergt ein Luxusrestaurant, dort sitzen die Crews der schnittigen Regattaboote beim Lunch. http://www.mobayyachtclub.com/Home/restaurant-and-venue
Das diesjährige Pinnaple Cub Race von Fort Lauderdale nach Montego Bay war durch die Winde begünstigt und der Sieger besonders schnell (3 Tage 21 Stunden).

Wir freuen uns bekannte Gesichter wieder zu treffen. Der Österreicher Erwin wartet mit seiner SY SAGITTA auf Besuch aus Deutschland. Er findet Mitsegler auf der Internetplattform „handgegenkoje.de“, wo wir die TARTARUGA ebenfalls eintragen. Schon bald melden sich Kai und Duraid auf unser Inserat, die uns auf dem Weg nach Cuba begleiten wollen.

Woche ab 04. Februar 2013          >Seitenanfang<

Nächster Stop - Oracabessa Bay –nächste Baustelle. Die Bilge ist wieder voll mit Diesel. Hilft alles nix, der Tank muss ausgepumpt werden. Beim Drucktest verrät ein leises Pfeifen die schadhaften Stellen an der Unterseite. Joachim dichtet die Kanten mit Epoxy-getränkten Stoffstreifen ab. Es wird hoffentlich lange halten.
In der Oracabessa Bay gibt es ein kleines Hafenbecken an der Rückseite einer Hotelinsel. Der Meeresgrund besteht aus dicken Schlamm in dem der Anker gut hält, die Einfahrt ist nur nach NW offen. Ein paar Fischerboote liegen am Strand, und ein rostiger Trawler hat hier seinen permanenten Liegeplatz. Im Süden schließt ein Sportplatz an den Hafen an. Dort werden am Donnerstag Morgen Zelte und Tische aufgestellt und Reggaemusik tönt aus den Lautsprechern. Dann spucken Busse mehrere Schulklassen von Kindern aus – den ganzen Tag laufen die kleinen Sportler kurze und lange Strecken um die Wette. Die jeweiligen Favoriten werden mit enthusiastischem Gekreische angefeuert. Zum Abschluss des Tages gibt es eine Siegerehrung mit Medaillenverleihung.
Ocho Rios erkennt man schon aus der Ferne an seinem 12-stöckigem Touristenbunker. Die Bucht wird auch von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Entsprechend groß ist die Anzahl an fliegenden Händlern, Souvenirständen und Touristenshops.

Wir machen uns auf die Suche nach einer Internetkarte, finden das Geschäft aber erst beim zweiten Anlauf mit Hilfe eines Stadtplans von der Touristinfo. Bei den Supermärkten entdecken wir einen wichtigen Unterschied – einige geben den Regalpreis ohne Mwst (16,6%) an. Da erleben wir beim ersten Einkauf eine Überraschung an der Kassa. Kreditkarten aus Übersee werden auch nicht überall genommen. Also USD wechseln – in den kleinen Wechselstuben bekommt man einen besseren Kurs als in den großen Banken.
Als ein großes Kreuzfahrtschiff anlegt öffnen auch die „Duty Free“ Läden an der Strasse zur Mole ihre Pforten. Wir dürften dort zwar offiziell nicht einkaufen, aber weil wir auch auf einem Schiff reisen, und zufällig auch die Schiffspapiere bei uns haben, drückt die nette Verkäuferin mal ein Auge zu. 9 Flaschen Schnaps und ein großer Vorrat an Zigaretten wandern in unsere Stauräume. Die Jamaikaner sind sehr freundlich und hilfsbereit – hatte ich das schon erwähnt?

Woche ab 28. Januar 2013          >Seitenanfang<
Mit Rainer und Jörg von der SY Momo buchen wir einen Trip in die Blue Mountains. Zu fünft ist es ein bisschen eng in dem Honda Allrad, aber unser Fahrer Philip macht öfter Pause, damit wir uns die Beine vertreten können. Die Reise geht die Küstenstraße entlang, dabei überqueren wir den Rio Grande, wo dem Rafting auf Bambusflößen angeboten wird. Bei Buff Bay biegt Philip in die Berge ab. Abseits der Küste gibt es nur noch vereinzelte Häuser und zu beiden Seiten der Schlucht suchen kleine Wasserfälle ihren Weg ins Tal.

Mit zunehmender Höhe wird es kühler, die Bergkuppe ist in Nebelwolken gehüllt. Hier wächst der berühmte „Blue Mountains“ Kaffee. Wir pflücken ein paar rote Bohnen von den Stauden – das Fruchtfleisch schmeckt süß. Die reifen Bohnen werden getrocknet und geröstet, und sehr teuer verkauft. Im Cafe GAP lassen wir uns diesen exklusiven Kaffee schmecken. Von der Aussichtsterrasse hätte man bei schönem Wetter einen tollen Blick auf die Hauptstadt Kingston, leider geben die Wolken nur selten den Blick auf die Bucht frei.

Ein paar Kurven weiter befindet sich ein Armeecamp, das vor 100 Jahren von den Engländern errichtet wurde. Kanoniere wurden hier ausgebildet. Platz zum Schießen gibt es ja reichlich. An der Befestigungsmauer sind die Abzeichen einiger Regimenter angebracht. Schon wird es Zeit umzukehren, denn wir fahren die selbe Strecke zurück und in der Dämmerung sind die Schlaglöcher kaum mehr zu erkennen.
Während ich die Waschmaschinen der Marina nutze versucht Joachim den noch immer kränkelnden Anlasser zu reparieren. Jesus, dessen Mechanikerwerkstatt hinter den Fischerhütten versteckt ist, erneuert die schadhaften Wicklungen. Damit ist es aber nicht getan, der Anlasser stockt noch immer. Dann wird ein Ring getauscht, und schließlich der ganze Magnetschalter. Dazwischen immer Einbauen – Testen – Ausbauen – Joachim bekommt einen ganz krummen Rücken. Täglich stapfen wir durch die Fischersiedlung. Nach 4 mühevollen Tagen funktioniert der Anlasser endlich einwandfrei.

Woche ab 21. Januar 2013          >Seitenanfang<

Die Flaute erwischt uns leider schon auf halber Strecke. Bis Jamaika müssen wir 30 Stunden motoren. In die Bucht von Port Antonio laufen wir um 08 Uhr früh ein, am Marinasteg dürfen wir längsseits gehen um die Formalitäten abzuwickeln. Es gibt viele Formulare auszufüllen, die Offiziellen von Customs und Immigration wollen auch Kopien der Schiffspapiere haben, dann warten wir auf die Quarantäneprüfung. Die Dame vom Gesundheitsamt kommt erst nach dem täglichen Regenschauer, inspiziert Kühlschrank, Keller und Ablaufdatum der Fertiggerichte. Gerne probiert sie mein selbstgebackenes Brot - mit einem Stück Käse drauf, damit es besser runterrutscht.
Port Antonio ist ein Hafen für Fahrtensegler. Das Service der Errol Flyn Marina ist ausgezeichnet – Benutzung von Dinghidock, Pool und Duschen, plus freies Internet zum Preis von USD 15 pro Tag für ankernde Boote. Montag Abend ist Happy Hour in der Marina Bar und der Eissalon an der Strandpromenade führt auch unsere Lieblingssorte: Rum-Raisin!

Wir machen einen kurzen Spaziergang durch die kleine Stadt. Natürlich wird man auch hier von den „fliegenden“ Händlern verfolgt, aber mit einem „Nein danke, heute nicht!“ kann man sich aus der Bedrängnis retten. Die meisten Jamaikaner sind freundlich und hilfsbereit. Wir wechseln USD (1 = 92 Jamaican Dollar) und kaufen Vollweizenbrot in der lokalen Bäckerei und frisches Gemüse am Markt. Die lokalen „Apples“ haben wir auf Bequia schon unter den Namen „Plumrose“ kennengelernt. Die Früchte haben eine rote Schale, einen rundlichen Kern umgeben von säuerlichem weißen Fruchtfleisch. Schmeckt paradiesisch!

Woche ab 07. Januar 2013          >Seitenanfang<

Bis zur Nordspitze von Curacao fahren wir gemütlich mit Butterfly Besegelung. Große Tanker, die auf Ihren nächsten Transporteinsatz warten, nutzen ebenfalls die Inselabdeckung und lassen sich einfach treiben. Laut unserem AIS Bildschirm machen die Riesen gerade mal 0.5 kn Fahrt. Wahrscheinlich motoren sie zurück wenn sie zu weit abdriften - eine sehr energiesparende Methode.

 

Die Fahrt nach Haiti ist schaukelig, wir verbringen die Tage mit schlafen und lesen. Die Tartaruga läuft brav unter Autopilot und nur selten kreuzt ein Frachter unsere Route. Am Sonntag früh ankern wir in der Baie de Feret, Ile de Vache. Sofort sind wir von Kindern umzingelt. Auf Einbäumen und Surfbrettern paddeln sie neugierig ans Schiff.
Später kommen auch die Erwachsenen – alle stellen dieselben Fragen, alle bieten ihre Dienste als Inselführer an oder wollen unser Schiff polieren. Wenn im Cockpit keiner von uns beiden zu sehen ist, dann wird an die Bordwand geklopft - den ganzen Tag haben wir keine ruhige Minute.


Am nächsten Morgen beschließen wir nach Jamaika zu flüchten. Ein paar Seile  können wir für freundlichen Edison erübrigen. Ein dreister „Fischer“ hat ein Auge auf unseren Spibaum geworfen, den er als Mast verwenden möchte, aber wir weigern uns partout diesen abgeben. Am Nachbarschiff saß während des Landgangs der Crew ein Junge als Aufpasser im Cockpit. Vielleicht hatten diese Segler schon schlechte Erfahrungen auf Haiti gemacht.
Woche ab 01. Januar 2013          >Seitenanfang<

Als Besucheryacht Nr. 001 klarieren wir im Zollbüro von Willemstad ein. Über die Fußgängerbrücke gelangen wir auf die andere Stadtseite „Otrobanda“ genannt. Das Büro der Immigration befindet sich am Cruise Ship Terminal. Ein Schiff der Aida Flotte ist morgens eingetroffen, hunderte Touristen strömen uns entgegen und alle sprechen sie deutsch! Nach der Immigration besuchen wir noch die Hafenbehörde. Die Gebühr für das Ankern in Spanish Waters beträgt nur 10 USD pro Monat.

Wir schlendern durch die engen Gassen von „Otrobanda“. Der Komplex des „Kura Hulanda“ Hotels besteht aus kleinen Vorstadthäusern die liebevoll restauriert und modernisiert wurden. Unter schattigen alten Bäumen laden Cafés und Restaurants den Besucher zum Rasten ein.

Über den Brionplein gelangen wir zum „Rif Fort“. Die Festungsmauern beherbergen heute unzählige Lokale und Souvenirgeschäfte, der Weg zum MegaPier führt vorbei am Curacao Renaissance Resort & Casino. Am Hotelpool wurde ein Palmenstrand künstlich angelegt, denn das Meer ist hier nicht zum Baden geeignet.

Wenn die Königin Emmabrücke für die Schiffahrt beiseite geschwenkt wird können die Fußgänger eines der beiden Fährschiffe gratis benutzen. Meist ist die Pontonbrücke jedoch geöffnet und wir wandern über den Kanal zurück in den Stadtteil „Punda“. Fort Amsterdam, der alte Governeurspalast ist noch immer Regierungssitz der Niederländischen Antillen. Daneben verschandelt der Bettenturm des Plaza Hotels das koloniale Stadtbild.

In den rechtwinkelig angelegten Gassen der Altstadt bewundern wir die Architektur der Kaufmannshäuser. Mit der Gründung der West Indischen Compagnie Mitte 17. Jhdt. erlebte Curacao seine Blütezeit. Der Freihafen von Willemstad war Zentrum des Handels der ganzen Region. Die Holländer waren auch im Sklavenhandel führend. In großen Lagern durfte sich die „Ware“ aus Afrika von den Strapazen der Seereise erholen, bevor sie im ganzen amerikanischen Raum weiterverkauft wurden.

Das venezuelanische Öl und der Bau einer Raffinerie im Tiefwasserhafen von Willemstad erweckte die Insel Anfang des 20.Jhdt aus seinem Dornröschenschlaf. Die Aufbereitung von Rohöl und die Freihandelszone sind neben der Tourismusbranche noch immer die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Insel. Das bunte Gemisch der Einwanderer verständigt sich auf holländisch, papiamentu, englisch und spanisch. Ein paar Brocken spanisch sind hilfreich um am schwimmenden Gemüsemarkt des Waaigat einzukaufen. Die Händler aus Venezuela verkaufen Ihr frisches Obst und Gemüse direkt an der Mole der Altstadt.

Mit Hans und Imma mieten wir einen Kleinwagen – der Norden von Curacao ist unser Ziel. Wir besuchen auch die rauhe Ostküste der Insel, wo sich hinter den salzfeuchten Uferzonen Kakteen uneingeschränkt wohlfühlen. An der geschützen Westseite gibt es einige kleine Ortschaften und nette Buchten mit Sandstrand laden zum Baden ein. Westpunt ist das nördlichste Dorf, dann führt die Straße vorbei an den Hügeln des Christoffel Nationalparks wieder zurück nach Willemstad.

Der „kleine“ Einkauf im Centrum Supermarkt ist fast zuviel für unser Auto, Hans und Imma sind zwischen Kisten auf dem Rücksitz eingeklemmt. Aber es riecht wunderbar nach frischem Basilikum. Das für den nächsten Tag geplante gemeinsame Weitersegeln wird von unserem Anlasser an Steuerbord verhindert. Der Magnetschalter ist defekt und es dauert fast eine Woche Ersatz zu finden und einzubauen. Joachim entdeckt auch noch Alt-Diesel in der Bilge, 4 Galonen können wir beim Fischermens Dock entsorgen.

     

 

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Route 2017/2018
New Caledonia bleibt unser Standort bis Mai 2018, weil es hier so schön und angenehm ist.




Mitsegler sind auf unserer Reise um die Welt willkommen.

 

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